Mentoring - Fraunhofer-Alumni unterstützen Start-Ups

Engagierte ehemalige Fraunhofer-Mitarbeitende greifen jungen Gründern unter die Arme. In München gab es im Programm AHEAD ein zweites Treffen.

Dr. phil. Katharin von Knop, FOKUS-Alumna und Gründerin von vier Unternehmen, im Gespräch auf dem Mentoring-Day des AHEAD-Programms in München.

Das Ausgründungsprogramm AHEAD der Fraunhofer-Gesellschaft

 

Am 9. Juni lud Fraunhofer Venture Startups, Mentorinnen und Mentoren, Industriepartner und Gründerinnen und Gründer nach München zum Mentoring-Day ein. Darunter – Dank der Kooperation mit dem Alumni e.V. – auch einige engagierte ehemalige Mitarbeitende der Fraunhofer-Gesellschaft.

38 Teams von Fraunhofer-Ausgründungen haben sich in den Atlas Design Offices im Münchner Osten am 8. und 9. Juli präsentiert. Ziel des AHEAD Mentoring Days ist, Gründerteams mit potentiellen Mentorinnen und Mentoren, Industriepartnern oder interessierten Co-Foundern zusammen zu bringen.

Die Teams sind allesamt Ausgründungen von Fraunhofer-Technologien. Die Start-ups hoffen, auf diesem Weg Unterstützung, Ressourcen oder neue wertvolle Kontakte für den weiteren Weg zu bekommen. Über die Unterstützung durch ein Mentoring können die Teams außerdem auf Erfahrungen und Netzwerke der Mentorinnen und Mentoren zurückgreifen.

Einige Fraunhofer-Alumni, die auch in unserem Verein organisiert sind, haben diese Chance ergriffen und Unterstützung für die jungen Teams angeboten. Weitere Interessente gab es auch für das Co-Founding, bei dem Expertinnen und Experten als Gründerinnen oder Gründer bei einem Projekt einsteigen.

Die Teams, die in das AHEAD-Programm aufgenommen werden, durchlaufen ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Dieses Konzept geht offenbar voll auf. »Ich habe noch nie so viele ausgereifte echte Technologie-Entwicklungen und durchdachte Geschäftsmodelle auf einer Gründungs-Veranstaltung erleben dürfen«, erklärt Katharina von Knop, die mit ihrem eigenen Unternehmen Digital Trust Analytics branchenübergreifend AI-Lösungen baut und bestehende Lösungen optimiert. Die engagierte FOKUS-Alumna begleitet darüber hinaus in anderen Programmen junge Start-ups. »Sämtliche Lösungen sind bereits sehr konkret ausformuliert, auf der Technologieebene ausgereift, lösen echte Probleme und vor allem adressieren diese die aktuellen Bedarfe des Marktes, was sicherlich auch an der Fraunhofer-Philosophie liegt.«

© Martin Schindler
Dr. Susanne Liebelt berät produzierende Unternehmen in den Bereichen technischer Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement. Die IKTS-Alumna hat durch ihre Mentorentätigkeit Zugriff auf neueste technologische Entwicklungen.

Warum Mentoring?

 

»Auch ich profitiere, wenn ich etwas von dem zurückgeben kann, was ich in 25 Jahren Berufsleben lernen durfte«, erklärt die selbständige Industrieberaterin Dr. Susanne Liebelt. Die IKTS-Alumna war lange Jahre in leitenden Positionen in verschiedenen großen produzierenden Unternehmen wie Saint Gobain oder als Kristallographin bei dem südafrikanischen Diamant-Spezialisten De Beers tätig, wo sie vor allem die Bereiche Engineering, Produktion, Qualitätsmanagement und Prozesse entwickelte und optimierte. »Als technische Beraterin ist diese Mentorentätigkeit auch für mich von großem Interesse - vor allem wenn es um neue Methoden und Verfahren geht, die für die Produktion interessant sind. Auf diese Weise kann ich meinen Partner- und Kundenunternehmen hochaktuelle Technologien anbieten, wovon alle Beteiligten profitieren können. Das AHEAD-Programm mit den verschiedenen Veranstaltungen bietet hier in meinen Augen perfekte Rahmenbedingungen.«

Katharina von Knop - selbst vierfache Gründerin - sieht zudem einen großen persönlichen Gewinn durch die Arbeit mit den jungen aber dennoch erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: »Diese Teams sind auf der Sachebene äußerst interessiert, brennen für Ihre Sache und wollen Unternehmen mit Substanz aufbauen. Das ist für mich wahnsinnig motivierend! So viele substantielle, technologische Geschäftsmodelle zu erleben, die bei Fraunhofer entwickelt werden, ist großartig. Diese Menschen zu begleiten und ihnen Know-how und Kontakte zu geben, die sie konkret weiterbringen, ist ein großer persönlicher Gewinn. In der Auseinandersetzung mit den Themen lernt man zudem neueste technologische Ansätze kennen.«

 

Lars Schubert, CEO and Founder iFAKT
© Martin Schindler
Dipl.-Ing. Lars Schubert und IPA-Alumnus führt mit dem von ihm selbst gegründeten Unternehmen iFAKT heute einen international erfolgreichen ERP-Software-Anbieter.

Vom Start-up zum Unternehmen

 

»Viele interessante Projekte« sieht Dipl.-Ing. Lars Schubert, Gründer und CEO des international aufgestellten ERP-Software-Anbieters iFAKT in dem aktuellen Batch. Er ist davon überzeugt, dass es im Umfeld der Fraunhofer-Ausgründungen das Potenzial einiger »größerer Würfe« geben kann. »Hierbei geht es nicht nur um die gute Idee, es braucht auch das richtige Eco-System, in dem gute Ideen eine kritische Größe und Wahrnehmung erlangen. AHEAD hat das Potenzial dieses zu bieten«, ergänzt Schubert. »Dieser Blick lohnt sich möglicherweise auch für uns als Unternehmen. So kommen wir mit neuesten technischen Entwicklungen in Kontakt, möglicherweise steigen wir auch in eine Industriepartnerschaft ein.«

Doch das sind nicht die einzigen Gründe, warum sich der erfahrene und erfolgreiche Gründer als Mentor engagiert. »Ich bin seit zwanzig Jahren im Geschäft, in meiner Gründungsphase hätte mir eine Unterstützung in dieser Form enorm geholfen«, erinnert sich der IPA-Alumnus. Schubert hatte zwar im Jahr 2001 bei der Gründung seines Software-Unternehmens Begleitung durch einen Mentor von einem Großunternehmen. Doch diese sei nur bedingt hilfreich gewesen. »Beratung, die aus einem Großkonzern kommt, ist von einer anderen 'Denke' gekennzeichnet. Als Gründer ist man auf sich allein gestellt und muss mit minimalen Ressourcen maximales leisten, sprich, man bewerkstelligt das Meiste mit der Hand am Arm. Im Fall von Misserfolgen lässt sich die Verantwortung auch nicht auf Dritte abwälzen. Geht ein Konzept nicht auf oder eine Idee scheitert, steht man dafür selbst gerade. Mit solchen Gefühlen umgehen zu können, ist sicherlich nicht jedermanns Sache.«

Doch für den diplomierten Maschinenbauer Schubert hat sich dieser Schritt voll ausgezahlt. Die Simulations- und Prozessplanungstools von iFAKT sind bei renommierten Anwendern installiert. Zudem unterhält iFAKT erfolgreiche Kooperationen mit Bosch Rexroth und Microsoft.

Übrigens, wenn Sie als Alumnus oder Alumna ebenfalls an dem Ausgründungsprogramm AHEAD interessiert sind, wenden Sie sich bitte an Almut Stützel. Das nächste #AHEAD-Bootcamp findet am 16. September statt (Details folgen).