Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft

1967

Gründung Institut für Schwingungsforschung ISF

Das Institut für Schwingungsforschung ISF in Karlsruhe entsteht. Später wird daraus das Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB. 

2010 fusioniert das Fraunhofer IITB mit dem FGAN-Institut für Optronik und Mustererkennung FOM in Ettlingen zum Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB.

1968

Einsetzung »Kommission zur Förderung des Ausbaus der Fraunhofer-Gesellschaft«

Forschungsminister Gerhard Stoltenberg setzt die »Kommission zur Förderung des Ausbaus der Fraunhofer-Gesellschaft« ein.

 

Kritik an Verteidigungsforschung

Die Studentenbewegung versetzt die Republik in Unruhe. Fraunhofer gerät wegen der Beteiligung an der Verteidigungsforschung ins Kreuzfeuer der Kritik. Institutsbesetzungen können zum Teil nur durch Polizeieinsatz verhindert werden.

Dazu kommt der Fall Petras: Der Mitarbeiter des Grafschafter Fraunhofer-Instituts für Aerobiologie IAe, Ehrenfried Petras, läuft in die Deutsche Demokratische Republik über. Von dort aus erhebt er den Vorwurf gegen die Fraunhofer-Gesellschaft, sie würde sich an der Vorbereitung eines ABC-Kriegs beteiligen.

Otto Mohr, Fraunhofer-Präsident 1.10.1968 bis 30.9.1974

Otto Mohr, Fraunhofer-Präsident 1.10.1968 bis 30.9.1974

Präsidentenwechsel

Seit Oktober 1968 fungiert Otto Mohr als erster hauptamtlicher Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Ausgliederung Institut für Fußbodenforschung und Materialprüfung IFM

Das Institut für Fußbodenforschung und Materialprüfung IFM, vormals IfS, wird aus der Fraunhofer-Gesellschaft ausgegliedert.

1969

20 Jahre Fraunhofer

Nach 20 Jahren arbeiten bereits mehr als 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 19 Fraunhofer-Instituten und der Zentralverwaltung. Das Gesamtbudget der Fraunhofer-Gesellschaft liegt jetzt bei 33 Millionen Mark. 

Mitgliederversammlung der Fraunhofer-Gesellschaft 1969 - Bundesminister für wissenschaftliche Forschung Gerhard Stoltenberg (1. Reihe, 2. v.r.)

Mitgliederversammlung der Fraunhofer-Gesellschaft 1969 - Bundesminister für wissenschaftliche Forschung Gerhard Stoltenberg (1. Reihe, 2. v.r.)

Institutionelle Veränderungen

Die Arbeitsgruppe für Physikalische Weltraumforschung APW nimmt ihre Arbeit auf; sie wird später in Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM umbenannt. Die Dokumentationsstelle für Radiochemie DRc in München wird geschlossen. 

Staatliche Grundfinanzierung 

Die Fraunhofer-Gesellschaft wird in die staatliche Grundfinanzierung aufgenommen. 

1970

Eingliederungen

Das Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart, das bisher verwaltungstechnisch von der Fraunhofer-Gesellschaft betreut wurde, wird eingegliedert. Die Arbeitsgruppe für angewandte Materialforschung AFAM in Bremen wird gegründet; die Eingliederung als Institut für Angewandte Materialforschung IFAM erfolgt im Jahr 1974. 


Empfehlungen »Kommission zur Förderung des Ausbaus der Fraunhofer-Gesellschaft«

Die »Kommission zur Förderung des Ausbaus der Fraunhofer-Gesellschaft« legt ihre Empfehlungen vor. Sie beinhalten Listen von möglichen zukünftigen Fraunhofer-Instituten ebenso wie konzeptionelle und organisatorische Veränderungen. Vorgeschlagen werden u. a. die integrale Verknüpfung von Vorlaufforschung, Vertragsforschung und Auftragsforschung, eine ausgewogene regionale Verteilung der Institute, die Bildung räumlicher und thematischer Schwerpunkte und die Einführung einer leistungsorientierten Vergütung. 

Eine »Gemeinsame Kommission« aus Mitgliedern des Bundesforschungsministeriums und der Fraunhofer-Gesellschaft wird ins Leben gerufen, die den Ausbau der Gesellschaft im Detail planen soll.

1971

Mitgliederversammlung 1971 - MinDirig. Dr. Scheidwimmer, Prof. Imhausen, MR Dr. Sauer (v.l.n.r.)

Mitgliederversammlung 1971 - MinDirig. Dr. Scheidwimmer, Prof. Imhausen, MR Dr. Sauer (v.l.n.r.)

Änderung Organisationsstrukturen

Die neue Satzung der Fraunhofer-Gesellschaft sieht eine Aufwertung des Senats und eine erhebliche Stärkung des dreiköpfigen Vorstands vor, der von nun an hauptamtlich fungiert. Damit zeigt sich eine Hinwendung zu Organisationsstrukturen, wie sie in der freien Wirtschaft üblich sind. Alle Fraunhofer-Institute werden bestimmten Forschungsgebieten zugeordnet. 

Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg, 1971

Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg, 1971

Drei neue Forschungseinrichtungen

Als Ausgliederung aus dem Ernst-Mach-Institut für Kurzzeitdynamik EMI wird das Institut für Festkörpermechanik IFKM in Freiburg gegründet, das später zum Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM wird.

Das Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg wird aus der Max-Planck-Gesellschaft übernommen.

Die Dokumentationszentrale Wasser DZW in Düsseldorf wird eröffnet.