Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft

1983

Max Syrbe, Fraunhofer-Präsident 1.10.1983 bis 30.9.1993

Max Syrbe, Fraunhofer-Präsident 1.10.1983 bis 30.9.1993

7. Fraunhofer-Präsident

Max Syrbe, bisher Leiter des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB, übernimmt von Heinz Keller das Amt des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft. Seine Zielsetzung ist es, an das rasante quantitative Wachstum der Fraunhofer-Gesellschaft im letzten Jahrzehnt eine Phase des qualitativen Wachstums anzuschließen.

Ausgliederung

Die Dokumentationszentrale Wasser DZW in Düsseldorf wird ausgegliedert.

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1983 findet auf der Jahrestagung in Berlin statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Dr. Heinz Lowak
    vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF für seine Forschungsarbeiten zum Einfluss von Bauteilgröße, Lastfolge und Lastniveau auf die Schwingfestigkeitssteigerung durch mechanisch erzeugte Druckeigenspannungen
     
  • Iris Altpeter, Bernhard Reimringer und Dr. Werner Theiner
    vom Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP für ihre Forschungen und Entwicklungen zur zerstörungsfreien Analyse der Mikrostruktur und der inneren Spannungen in vergüteten Stählen bzw. vergüteten oberflächennahen Schichten

1984

Gründung Fraunhofer-Institut

Um eine zukunftsweisende Technologie für die einheimische Industrie zu erschließen und zu entwickeln, wird in Aachen das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT gegründet.

»Das Potenzial des Lasers als Generalwerkzeug abzusehen, war schon kurz nach dessen Entdeckung nicht schwierig. Für Fraunhofer galt es, die Chancen zu nutzen, als sich die Entwicklung eines Markts für Anwendungen abzeichnete. Der Erfolg versprechende Kandidat für die Leitung des Fraunhofer ILT arbeitete damals an der TU Darmstadt, aber Nordrhein-Westfalen war am ehesten bereit, mit diesem Hoffnungsträger etwas Großes zu starten. Wir haben das Konzept für das ILT in Aachen im kleinen Kreis festgelegt. Als der Plan publik wurde, war schon alles festgezurrt. Dieses vertrauliche Entwickeln in einem Netz verlässlicher Partner auf Ebene des Bundes, der Länder und der Universitäten war das Erfolgsrezept.«

Dr. Alexander Imbusch, bis 2006 Leiter der Hauptabteilung Forschung und Kommunikation und »Vater« vieler Fraunhofer-Institute.

Eingang Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen

Eingang Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen

Schneiden mit Laserlicht
© Fraunhofer ILT

Schneiden mit Laserlicht

Gründung Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik 

Der Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik wird mit dem Ziel gegründet, thematische Überschneidungen und Doppelarbeit bei den beteiligten Instituten zu vermeiden. Heute gehört der Verbund zu den vier weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Mikroelektronik.

Ausgründungen fördern

In einem Thesenpapier beschließt die Fraunhofer-Gesellschaft, Ausgründungen von Fraunhofer-Mitarbeitern, sogenannte Spin-offs, zu fördern, da sie einen besonders effektiven Weg des Know-how-Transfers von der Wissenschaft in die industrielle Praxis darstellen.

35 Jahre Fraunhofer

Nach 35 Jahren besteht die Fraunhofer-Gesellschaft aus 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

In 33 Instituten wird ein Forschungsvolumen von 360 Millionen Mark erarbeitet.

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1984 findet auf der Jahrestagung in Stuttgart statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Dieter Boley
    vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA für seine Interaktive Programmierung von Industrierobotern
  • August Potthast
    vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK für seine Forschungsarbeit zur Graphisch-dynamischen Simulation von NC-Programmen
Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises 1984 Dieter Boley vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises 1984 Dieter Boley vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises 1984 August Potthast vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises 1984 August Potthast vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK

1985

Gründungen Institute

In Erlangen werden im Bereich Mikroelektronik zwei Arbeitsgruppen gebildet, die später zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Bereich Angewandte Elektronik, und zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Bereich Bauelementetechnologie, umbenannt werden.

Aus dem Institut für Aerosolbiologie IAe in Schmallenberg wird das Fraunhofer-Institut für Umweltchemie und Ökotoxikologie IUCT.

 

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1985 findet auf der Jahrestagung in München statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Dr. Helmut Ennen und William Haydl
  • vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF für Untersuchungen zur Lumineszenz Seltener Erden in Halbleitern

  • Dr. Franz Quante und Ahmet Topkaya
  • vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB für ihre Geräte zur Diagnose und Therapiekontrolle bei Zahnbetterkrankungen (Parodentopathien) in der zahnärztlichen Praxis (Periotest)

Joseph-von-Fraunhofer-Preisträger 1985 Dr. Helmut Ennen vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

Joseph-von-Fraunhofer-Preisträger 1985 Dr. Helmut Ennen vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

Joseph-von-Fraunhofer-Preisträger 1985 Dr. Franz Quante (li) und Ahmet Topkaya (Mitte) vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB

Joseph-von-Fraunhofer-Preisträger 1985 Dr. Franz Quante (li) und Ahmet Topkaya (Mitte) vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB

1986

In Darmstadt wird die Arbeitsgruppe für Graphische Datenverarbeitung AGD ins Leben gerufen, die nach schneller Entwicklung im Jahr 1991 zum Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD aufgewertet wird.

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1986 findet auf der Jahrestagung in Wiesbaden statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Michael Göhner und Gerd Schlaich
    vom Fraunhofer-Institut für Informationstechnik und Automatisierung IPA für ihre Vollautomatische Kabelbaumontage mit Robotern
  • Gottfried Bonn, Rudi Grimm, Ingolf Hertlin, Joachim Tatje
    vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB für ihre Systemarchitektur und Programmkonstruktion sehr großer Prozessbediensysteme
  • Gerhard Fischer und Dr. Vatroslav Grubisic
    vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF für ihre Versuchseinrichtung zur wirklichkeitsgetreuen Untersuchung der Betriebsfestigkeit von Fahrzeugrädern, Naben und Lagern
  • Dr. Horst-Lothar Fiedler
    vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS für die Herstellung eines monolithischen VLSI-Bauelements für ISDN-Schnittstellen
  • Wolfgang Müller, Günter Schäfer und Dr. Volker Schmitz
    vom Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP für ein Verfahren und Geräte zur Ultraschall-Abbildung von Werkstofffehlern
  • Prof. Dr. Wolfram Wettling und Dr. Johannes Windscheif
    vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF für die Zerstörungsfreie Prüfung von GaAs-Wafern

1987

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1987 findet auf der Jahrestagung in München statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Dr. Rudolf Fahring
  • vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung ITA für die Hypothese zum genetischen Wirkungsmechanismus der Tumor Promotion und Cocarcinogenese und deren Anwendung als Kurzzeittest

  • Dr. Frank Michael Hutter und Dr. Alfred Kaiser
  • vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC für ihre Forschungsarbeiten zur Entfernung von Arsen aus Schleifereiabwässern der Glasindustrie

  • Ulrike Brosamer, Bernhard Urich, Dr. Bert Voß
  • vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM für ein rechnergesteuertes Versuchssystem zur Bestimmung von Werkstoffeigenschaften im Zähbruchbereich nach der Methode der Teilentlastungen

  • Dr. Eckhard Beyer, Arnold Gillner, Dr. Reinhart Poprawe, Dr. Falk Rühl, Dr. Konrad Wissenbach
  • vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT für eine Laseranlage zur Domänen-Verfeinerung in kornorientierten Elektroblechen

  • Dr. Wilhelm Dangelmaier, Ralf Michael Fuchs, Günther Hachtel, Hermann Kühnle
  • vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA für ein graphikunterstütztes Produktionsplanungs- und Steuerungssystems (GRIPPS)

1988

Der Anteil der Verteidigungsforschung am gesamten Aufwand der Fraunhofer-Gesellschaft liegt jetzt nur noch bei 10 Prozent. Der prozentuale Rückgang ist vor allem auf das starke Wachstum der zivilen Forschungsbereiche und Institute zurückzuführen. 

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

 

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1988 findet auf der Jahrestagung in Aachen statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Carlo Benecke, Rudolf Bachers, Bernd Becker, Michael Augustin
  • vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA für ein Simulationssystem für Materialtransport- und Lagerprozesse

  • Dr. Eckhard Beyer, Reinhard Kramer, Dr. Peter Loosen, Frank Treppe, Heinrich Willerscheid
  • vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT für die Entwicklung eines Verfahrens und Gerätes zur Diagnostik von Laserstrahlen

  • H.P. Kugler, Dr. N. Eisenreich, A. Geißler, C. Fabry
  • vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT für die Entwicklung eines optischen Verfahrens zur dynamischen Messung der Poisson-Zahl von Werkstoffen

  • Wolfram Budde
  • vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS für die Forschungsarbeit an einem CMOS-Schaltkreis für automatische Telefonwechselschalter

  • Ingolf Münster
  • vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS für die Forschungsarbeit an einem integrierten Schaltkreis zur Kamerasteuerung

Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise auf der Jahrestagung 1988 in Aachen

Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise auf der Jahrestagung 1988 in Aachen

Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise auf der Jahrestagung 1988 in Aachen

Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise auf der Jahrestagung 1988 in Aachen

1989

Gründung European Association of Contract Research Organisations (EACRO)

Die Vertragsforschungsorganisationen aus Frankreich, Italien, Großbritannien, den Niederlanden und die Fraunhofer-Gesellschaft gründen zusammen die European Association of Contract Research Organisations (EACRO), über die gemeinsame Interessen in der Europäischen Union vertreten werden sollen. 

Umstellung auf zivile Vertragsforschung

Die Fraunhofer-Gesellschaft reagiert auf die Verringerung des Umfangs der Verteidigungsforschung mit der Zielsetzung, Forschungsbereiche und ganze Institute von der Rüstungsforschung auf zivile Vertragsforschung umzustellen. Die Konversion findet im Wesentlichen in den folgenden fünf Jahren statt. Ein vollständig und erfolgreich auf Vertragsforschung umgestelltes Institut ist z. B. das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen.

Entwicklung Cochlea-Implantat

Die Entwicklung eines Cochlea-Implantats am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS erlaubt es, Gehörlosen wieder ein rudimentäres Hörerlebnis zu verschaffen.



40 Jahre Fraunhofer

In den letzten zehn Jahren konnte die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Kenngrößen verdreifachen:

Fast 6400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 37 Instituten erwirtschaften jetzt ein Gesamtvolumen von knapp 700 Millionen Mark im Jahr.

Dr. Dirk-Meints Polter übernimmt am 1.4.1989 das Amt des Vorstands für Personal und Recht von seinem Vorgänger Eberhard Schlephorst

Joseph-von-Fraunhofer-Preisverleihung

Die Preisverleihung der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 1989 findet auf der Jahrestagung in München statt.

Preisträger des Joseph-von-Fraunhofer-Preises:

  • Prof. Dr. Cornelius Zetzsch
    vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung ITA für eine Aerosol-Smogkammer und wissenschaftliche Arbeiten zum Photoabbau atmosphärischer Spurenstoffe sowie deren Reaktionskinetik
  • Klaus Scherer, Michael Bollerott, Werner Brockherde, Gerhard Kellings
    vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS für mikroelektronische, auf hohe Sprachverständlichkeit ausgerichtete Ohrprothesen
  • Dr. Wolfgang Gebhardt und Friedhelm Walte
    vom Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP für ihre Entwicklung eines Ultraschall-Einkopf-Prüfverfahrens zum Nachweis von Rissen in dickwandigen Schweißkonstruktionen mittels Mode-Umwandlung
  • Eckhardt Schneider und Rüdiger Herzer
    vom Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP für ein automatisches Messsystem zur Bestimmung mechanischer Spannungszustände in Bauteilen mittels Mehrmode-Ultraschallwellen