Claas Blume, Gründer von Clous GmbH
© Jan von Holleben

Gründerzeit

Deutschland braucht Gründer. Aber was brauchen Gründer? Ideen und Energie. Überzeugung und Überzeugungskraft. Optimismus – und optimale Unterstützung. Immer wieder gibt Fraunhofer die nötige Starthilfe.

Zeit für Aufbruch!

Neue Impulse für die Wirtschaft

Mut tut gut

Webspecial Fraunhofer-Magazin 2.2021

Es gibt sie wieder, die guten Nachrichten für Deutschland: Die Wirtschaft nimmt Fahrt auf! Im letzten Quartal 2020 stieg das Brutto­inlandsprodukt um 0,3 Prozent, verglichen mit den drei Monaten zuvor – trotz des Lockdowns. Auch die Perspektiven für 2021 machen Mut: Die Bun­desregierung geht von einem Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent aus. Aufschwung geben dürften diese Zah­len nicht nur großen Unternehmen, sondern vor allem auch Gründerinnen und Gründern von Start-ups. Schließlich stehen sie ganz besonders hinter ihrer Idee, die sie vermarkten, brennen für ihre Sa­che und folgen ihrem Unternehmen durch Höhen und Tiefen in Richtung Markteroberung. Oft investieren sie ihr eigenes Vermögen, um sich den Traum von der eigenen Firma zu realisieren und ihrer Technologie zu einem Start auf dem Markt zu ver­helfen: Laut Statista finanzieren sich 78,4 Prozent der Start-ups zumindest teilweise über eigene Ersparnisse. Die Wirtschaft wiederum profitiert vom Mut und der Entschlossenheit der jun­gen Unternehmer.
 

Viele Existenzgründer kommen aus dem akademischen Bereich: Laut dem Deutschen Startup-Monitor DSM hat­ten im Jahr 2020 30,8 Prozent der Gründer einen Master­abschluss, 18,5 Prozent einen Bachelorabschluss. Nicht nur aus den Universitäten heraus starten die jungen Gründer ins Unternehmertum – auch die Fraunhofer- Gesellschaft ist eine »Gründungsschmiede«. So wagten im Jahr 2020 trotz der Pandemie 26 Teams auf Basis von Fraunhofer-Technologie den Schritt in eine eigene Aus­gründung. Ihre Chancen auf dem Markt sind gut: Vergli­chen mit den Ergebnissen des KfW-Gründungsmonitors erzielen Fraunhofer-Ausgründungen überdurchschnitt­lich oft einen signifikanten Umsatz – auch können sie schneller Investoren überzeugen. Ende Mai beispielsweise stieg beim Münchner Start-up Ampeers Energy die öster­reichische Bundesimmobiliengesellschaft BIG ein, mit 7,3 Millionen Quadratmetern vermietba­rer Fläche einer der größten Immobi­lieneigentümer im Nachbarland.

Der schnelle Weg in den Markt liegt nicht nur, aber auch an der Unterstüt­zung seitens der Forschungseinrich­tung, bei der die Spin-offs gut auf den Markteintritt vorbereitet werden. Über­zeugt von dieser Unterstützung zeigt sich Marius Bierdel, Geschäftsführer der Fraunhofer-Ausgründung Cons­tellR: »Das finde ich unglaublich wert­voll.« Bereits seit 2001 bildet Fraunho­fer Venture eine eigene Abteilung innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft. Und bietet auch im zwanzigsten Jubi­läumsjahr Hilfestellungen für ein er­folgreiches Start-up aus einer Hand.

Die Starthilfe seitens Fraunhofer zahlt sich aus: 97 Prozent der Ausgrün­dungen sind auch drei Jahre nach Gründung noch am Markt tätig. Eine dieser Ausgrün­dungen ist die Volterion GmbH – sie entstand bereits 2015 aus dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits-und Energietechnik UMSICHT. Nach wie vor fährt sie große Erfolge ein. Zum einen technologisch: Dem Team ist es gelungen, die Stacks von Redox-Flow-Energiespei­chern deutlich kostengünstiger zu produzieren. Die Re­dox-Flow-Zellen werden damit erstmals massenmarkt­tauglich und könnten somit zu einem unverzichtbaren Element der Energiewende werden. Zum anderen auch hinsichtlich der Sichtbarkeit: Die Volterion-Gründer wur­den gerade mit dem Josef-von-Fraunhofer-Preis geehrt. 

Erfolgreich gründen macht Freude!

© Fraunhofer / Jan von Holleben

Ampeers Energy GmbH

Nicht immer hat der Markt zu bieten, was gefragt ist. Dr. Karsten Schmidt suchte bei Fraunhofer nach einer Lösung. Sein Spin-off Ampeers Energy GmbH hat das Zeug, den Energiemarkt einfacher und profitabler zu machen.

© Fraunhofer / Jan von Holleben

Arioso Systems GmbH

Ein Ohrstöpsel als Eintrittstor in die digitale Welt? Möglich dürfte es bald sein: Das Team des Start-ups Arioso Systems GmbH bietet mit seiner Innovation die passenden Mikrolautsprecher.

© Fraunhofer / Jan von Holleben

Clous GmbH

Gründer brauchen Mut und Durchhaltevermögen, insbesondere in Corona-Zeiten. Diese Eigenschaften wurden von Claas Blume und seiner Clous GmbH gefordert.

© Lars Wehrmann/Cellbox Solutions, istockphoto

Cellbox Solutions GmbH

Freude an Innovation:Gründerin Prof. Kathrin Adlkofer. Ein weltweiter Bedarf in der Medizin – und eine innovative Lösung: Das macht die Cellbox Solutions GmbH so erfolgreich.

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ConstellR GmbH

Satelliten so klein wie ein Schuhkarton: So will ConstellR jedem Bauern ermöglichen, passgenau Wetterdaten für seine Felder abzurufen – und die Landwirtschaft klimafester zu machen.

Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2021

Spin-off Volterion GmbH

Redox-Flow-Batterien: Schritt in Richtung Massenmarkt

Energiespeicher sind eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende.  Besonders vielversprechend sind Redox-Flow-Batterien. Allerdings waren sie bislang zu teuer für den Massenmarkt. Forscher  am Fraunhofer UMSICHT haben das »Herz« einer Redox-Flow-Batterie – den Stack – vollständig re-designen können. Der neue Stack ist 80 Prozent leichter, nur halb so groß und vor allem deutlich kostengünstiger als herkömmliche Modelle. Um das neue Produkt in den Markt einzuführen, wurde das Spin-off Volterion GmbH gegründet.

#WeKnowTransfer – erfolgreicher Transfer von Ideen und Innovationen in die Wirtschaft

In den Fraunhofer-Instituten entsteht täglich wertvolles technologisches Wissen und Know-how. Seit über 70 Jahren kommt Fraunhofer der Verantwortung nach, dieses Wissen und Know-how erfolgreich durch Beiträge zu neuen Produkten, Dienstleistungen und Verfahren in die Wirtschaft und die Gesellschaft zu transferieren. Für eine erfolgreiche Technologieverwertung braucht es ein breites und differenziertes Set an Transferwegen.

Ausgründungen und Spin-offs

Fraunhofer Venture

Die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft werden von Wirtschaft und Politik als Basis für eine wettbewerbsfähige Industrie und als Keimzelle für Unternehmensansiedlungen und -gründungen geschätzt. Fraunhofer unterstützt dies gezielt, indem sie institutsnahe Unternehmensgründungen und Kooperationen zwischen Ausgründungen und Fraunhofer-Instituten auf vielfältige Weise konsequent fördert.