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Beteiligungen und Ausgründungen

Die Fraunhofer-Gesellschaft war zum Bilanzstichtag an insgesamt 83 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen beteiligt. Bei 53 Unternehmen des Beteiligungsportfolios steht der Technologietransfer in die Wirtschaft im Fokus. Weitere 21 Beteiligungen sind strategischer Natur. Daneben existieren noch 9 verbundene Unternehmen. Die Fraunhofer-Gesellschaft investierte 2025 insgesamt 3,5 Mio. € in das Eigenkapital der Beteiligungen. Es kamen 4 Unternehmen hinzu, bei dem sich die Fraunhofer-Gesellschaft am Grund- bzw. Stammkapital mit einer Investition von 0,4 Mio. € beteiligte. Darüber hinaus wurden 3 Fraunhofer-Auslandsgesellschaften aufgrund einer Neubewertung bei den verbundenen Unternehmen mit aufgenommen, die bisher nachrichtlich als sonstige Rechtsform aufgeführt wurden. Demgegenüber wurde bei 4 Unternehmen ein Exit vollzogen. Der Buchwert aller Beteiligungen erhöhte sich auf 36,8 Mio. € (inkl. Anteilen an verbundenen Unternehmen, Vorjahr: 36,0 Mio. €). Die Exit-Erlöse aus dem Abgang von Beteiligungen beliefen sich auf 1,9 Mio. €.

Ausgründungen sind ein integraler Bestandteil der Verwertungsaktivitäten bei Fraunhofer. Im Einzelfall übernimmt Fraunhofer im Rahmen des Technologietransfers eine gesellschaftsrechtliche Minderheitsbeteiligung. Im Jahr 2025 unterstützte Fraunhofer Venture 89 neue Ausgründungsprojekte. Fraunhofer-weit gingen 29 Spin-offs hervor.

Fraunhofer hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl die Anzahl der Ausgründungen als auch den Anteil des Wirtschaftsertrags mit Spinoffs am Gesamtwirtschaftsertrag zu steigern. Unterstützt wird dies mit zielgerichteten Entrepreneurship-Maßnahmen und Programmen, die im Rahmen des integralen Ansatzes AHEAD inhaltlich gebündelt wurden. Im Jahr 2025 waren insgesamt 60 Teams im Programm Fraunhofer AHEAD aktiv. Durch intensive Workshops und Coachings wird unternehmerisches Handeln vermittelt. Fraunhofer AHEAD bietet eine Vernetzungsplattform für frühphasige Ausgründungs- und Lizenzierungsprojekte mit dem nationalen Entrepreneurship-Ökosystem. Neben dem allgemeinen AHEADProgramm gibt es Schwerpunkte in den Bereichen Sustainable Development Goals und Life Science.

 

Schutzrechtsverwertung

Auch im Jahr 2025 verfolgt Fraunhofer konsequent die Intellectual- Property-(IP-)Strategie, Erfindungen mit hohem Verwertungspotenzial gezielt und nachhaltig patentrechtlich abzusichern. Die Institute richten ihre Anmelde- und Aufrechterhaltungsentscheidungen noch stärker an strategischen und wirtschaftlichen Kriterien aus, um Ressourcen effizient einzusetzen und IP-Portfolios weiter zu straffen. Die Fraunhofer-Institute nutzen daher intensiv die breite Länderabdeckung des EU-Einheitspatents. 2025 wurden 589 Erfindungen gemeldet und 538 prioritätsbegründende Patentanmeldungen eingereicht. Das Technology Dashboard 2025 des Europäischen Patentamts, ehemals Patent Index, weist die Fraunhofer‑Gesellschaft als führende europäische Forschungseinrichtung bei Patentanmeldungen aus. Der Bestand an aktiven Patentfamilien bleibt mit rund 7000 stabil auf Vorjahresniveau. Dies zeigt, dass die gezielte Fokussierung und Konsolidierung der IP-Strategie erfolgreich ist und trotz verschärfter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein hohes Niveau an Schutzrechten gehalten werden kann.

Die Verwertung des IP erfolgt in der Regel durch den Abschluss von Lizenzverträgen. Daneben kann IP auch in Patent-Pools eingebracht werden oder durch den Verkauf von IP verwertet werden. Die erfolgreichsten Patent-Pools beinhalten Patente der Audio- und Video-Codierung. Gemeinsam mit weiteren Inhaberinnen und Inhabern standardrelevanter Patente aus verschiedenen Ländern werden im Rahmen unterschiedlicher Patent-Pools weltweit Lizenzen erteilt. Diese Einnahmen werden in die Vorlaufforschung reinvestiert und stärken damit nachhaltig den Forschungsstandort Deutschland. Die Erträge aus der Lizenzierung und dem Verkauf von IP betrugen rund 200 Mio. €.